Reiten - Zucht in Berlin– Brandenburg, 01/2007
Dritter bei „Deutschland sucht den Superstall“
Ein Kleinod im Verborgenen. Den gerade einmal 140 Einwohner zählenden Ort Schäpe, an der Autobahn-Abfahrt Richtung Beelitz gelegen, kennen sicher die Spargelliebhaber. Seit ein paar Jahren dürfte aber das kleine Dörfchen im Landkreis Potsdam-Mittelmark auch für Pferdefreunde zu einem Begriff geworden sein, der wohl demnächst noch stärker ins Bewusstsein gerückt wird. Denn der hier beheimatete Zuchtstall Rosenhof beziehungsweise Pensionsstall Rosencarree landete bundesweit auf dem dritten Rang der von der Zeitschrift „St. Georg“ initiierten Aktion „Deutschland sucht den Superstall“. Was für die engagierte Besitzerin Silke Pelzer eine tolle Anerkennung ihrer bislang geleisteten Aufbauarbeit bedeutete, die sie seit nunmehr einem Jahrzehnt im Brandenburgischen vollbrachte. Insgesamt bewarben sich 178 Betriebe aus allen deutschen Regionen. „Eigentlich hatte ich mich schon damit abgefunden, nicht zu den Besten zu gehören, denn wochenlang hörte ich nichts“, erzählt die gebürtige Rheinländerin, die 1995 nach Schäpe zog. „Dann kam jedoch Anfang Oktober eine E-Mail, dass wir uns unter den zehn Besten befinden und dass demnächst eine dreiköpfige Kommission zu uns kommen würde, um alles noch einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen.“ Wobei es sich weniger um das Aussehen des Hofes handelte, sondern um Kriterien der Behandlung der Pferde, der Haltung und Fütterung, der tierärztlichen Betreuung und des Weidenmanagements.
Daraufhin rief die studierte Diplom-Biologin und Pferdewirtschaftsmeisterin, Ausbilderin und selbst Dressurreiterin bis Klasse S ihr gesamtes Stallpersonal zusammen und teilte ihm folgendes mit: „Zuerst die schlechte Nachricht, uns steht eine große Putzaktion bevor, die gute Nachricht, wir gehören zu den Auserwählten des Wettbewerbs.“ Selbstverständlich wurden auch die Rosen geschnitten, denn die edelste aller Blumen, die schließlich der Anlage ihren Namen gab, findet man überall.
Einige Wochen später folgte dann die Anfrage, ob Silke Pelzer und ihr Lebengefährte Arnold Winter, der selbst einen Stall in der Nähe von Frankfurt/Main hat, aber drei bis vier Tage pro Woche in Schäpe tätig ist, Zeit hätten, am 18. November nach Verden zu kommen, um sich dort noch einmal vor einem Publikum zu präsentieren. Da ahnten die beiden schon, dass ihnen etwas Besonderes bevorstand. Dem war auch so. Bester Stall in Brandenburg, bester Stall in den neuen Bundesländern, Dritter in der gesamten Bundesrepublik. Eine Ehrung, die vor zehn Jahren keiner für möglich gehalten hätte.
Inzwischen ist am Ende der Dorfstraße von Schäpe ein wahres Schmuckstück entstanden, das seinesgleichen sucht. Eine Anwesen von erlesenem Ambiente und bäuerlichem Charme. Übrigens, Pferde gibt es auch, rund hundert an der Zahl, und zwar vom Fohlen bis zum Rentner, die beste Bedingungen vorfinden. Sonst wäre Silke Pelzers Hof wohl auch nicht zu einem Superstall erkoren worden.
Quelle: REITEN und ZUCHT in Berlin-Brandenburg / Januar 2007